Warum der Drawdown dazugehört (Teil 4)

Verluste sind Information

Kein Trader mag Verluste. Rational wissen sie natürlich, dass Verluste dazu gehören, aber die meisten Trader sind bemüht, Verluste zu vermeiden. Sie tun dies durch Überoptimierung ihrer Strategien und durch Über-Analysieren von Charts. Obwohl es doch jedem klar sein müsste, dass die Wahrscheinlichkeit   eines Gewinns oder eines Verlustes langfristig bei 50% liegt. Ist diese Erkenntnis einmal durchgedrungen, dann könnte der nächste Schritt bedeuten, Verluste als eine Art Information über den Markt anzusehen.

Feedback vom Markt nutzen

Wenn Sie einen Trade eingehen, und dieser endet in einen Verlust, bekommen Sie ein Feedback des Marktes. Ihre Annahme über die Art und Weise, wie sich der Markt entwickeln würde, hat sich als falsch erwiesen. Dies ist besonders wertvoll für Daytrader, die unter Umständen täglich dutzende von Trades durchführen. Fallen die ersten zwei oder gar drei Trades des Tages negativ aus, dann bekommen sie ein wichtiges Feedback vom Markt, dass sie die aktuelle Lage möglicherweise falsch einschätzen. Waren diese Trades zum Beispiel ausschließlich Long-Trades, so signalisiert Ihnen der Markt, dass sie die falsche Seite gewählt haben.

Auch Drawdowns sind Information

Übergeordnet gilt das Gleiche für länger-währende Verlust-Strecken, auch Drawdowns genannt. Treten diese auf, bedeuten sie für geübte Trader ebenfalls Information. Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein. Vielleicht hat sich der Markt geändert. Oder der Trader hat eine falsche Wahrnehmung vom Markt. Oder alles ist in Ordnung, aber der Trader selbst handelt aktuell nicht gut. Vielleicht ist er unkonzentriert, oder etwas ausserhalb der Trading-Welt beschäftigt ihn und wirkt sich auf die Qualität seines Handelns aus.

Überprüfung der Strategie und des Handelns

Eine normale Reihe von Verlusten hat an sich noch nichts zu bedeuten. Weitet  sich aber diese Reihe zu einem richtigen Drawdown aus, der einen Umfang von über 15% der bisherigen Gewinne erreicht, sollten die Alarmglocken beim Trader anfangen zu läuten. Dann ist der Augenblick gekommen, in dem er eine Überprüfung seines bisherigen Tuns in Betracht ziehen sollte. Er sollte seine Strategie selbst überprüfen. Ist sie wirklich so robust, wie er dachte? Ist die Art und Weise, wie er die Strategie durchgeführt hat optimal? Lässt er vielleicht kleine Ungenauigkeiten zu? Auch eine Überprüfung der Märkte, die er aktuell handelt, kann durchaus Sinn machen. Kein Markt befindet sich ständig im gleichen Modus.

Mal eine Trading-Pause machen

Erfahrene Trader machen in einer solchen Situation meist eine Trading-Pause. Das ist etwas, was Neulingen oft sehr schwer fällt. Wir empfehlen es trotzdem. Diese Pause kann eine Woche dauern; sie kann aber auch mal ein ganzer Monat dauern. Es geht darum, dass der Trader ein wenig Abstand gewinnt und „seine Batterien“ erneut aufladen kann. Auch die Performance eines Traders verläuft zyklisch. Oft kann ein Urlaub oder der Aufenthalt in einer ungewohnten Gegend hilfreich sein. Wenn der Trader dann zurückkommt und wieder Lust aufs Traden hat, sieht er die Märkte mit frischen Augen. Nicht wenige Trader traden nach einer solchen selbst-auferlegten Pause viel besser. Der Drawdown scheint dann wie etwas aus einer fernen Vergangenheit.  

 

 

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