Warum der Drawdown dazugehört (Teil 3)

Drawdown richtig einschätzen

Die Bedeutung eines Drawdowns richtig einzuschätzen, gehört sicher zu den schwersten Aufgaben eines Traders. Es braucht wohl kaum betont zu werden, dass Erfahrung hier eine große Rolle spielt. Ein Trader, der seit mehr als zehn Jahren die immer gleiche Strategie handelt, wird ein plötzlich auftretender Drawdown besser einzuschätzen wissen als ein Trader, der gerade erst angefangen hat. In den meisten Fällen wird man bei dem auftauchenden Drawdown von einer vorübergehende Phase reden können, in der die Strategie weniger gut performt.

Unterschiedliche Ursachen für Drawdowns

Dies kann verschiedene Ursachen haben. Die Geschwindigkeit des Marktes oder dessen Volatilität könnte sich geändert haben. Oder der Markt geht von einer Trendphase in eine Range über. Hier haben es Trendtrader traditionell schwerer, Gewinne zu erzielen. Es kann aber auch durchaus sein, dass sich die Struktur des Marktes selbst geändert hat, und dass die Strategie des Traders mit diesen neuen Bedingungen überhaupt nicht mehr harmoniert. Dies wäre vergleichbar mit einem Weinhändler, dessen Flaggschiff, eine bestimmte Weinsorte, plötzlich nicht mehr so gut verkauft. Es könnte sein, dass sich der Publikumsgeschmack geändert hat. In dem Fall täte der Weinhändler gut daran, dieses Segment herunterzufahren und ein neues Segment auszuprobieren.

Flexibel bleiben

Eine solche Flexibilität sollte natürlich jeder Trader mitbringen, wenn er überleben möchte. Es gab Zeiten, in denen die Rohstoffmärkte heiß waren. Trader, die ausschließlich Gold und Öl traden, fuhren in dieser Zeit oft hohe Gewinne ein. Als sich dann das große Geld eher auf die Aktienmärkte stürzte, erlitten viele „Rohstofftrader“ plötzlich Verluste.

Backtests geben Aufschluss

Diese Tatsache betont ein weiteres Mal die Bedeutung eines Backtests bevor der Trader mit realem Geld zu handeln beginnt. Sind gewisse Drawdown-Phasen oft mit einem Nachlassen der Volatilität in seinem Markt einhergegangen? Ist dies der Fall, sollte der Trader natürlich achtsam sein, wenn eine solche Phase wieder eintritt. Wenn dann noch die ersten Verlust-Tage oder gar Verlust-Wochen auftreten, sollte der Trader zumindest in Erwägung ziehen, die Positionsgrößen herunterzufahren.

Auf Demo-Modus umstellen

Bleibt der Drawdown sollte der Trader natürlich überlegen das Traden einzustellen. Es kann sinnvoll sein, eine gewisse Zeit auf Demo-Modus umzustellen. Dieser sorgt dafür, dass der Trader in der Übung bleibt, ohne dass sein Trading-Kapital weiteren Schaden erleidet. Stellt er nach einiger Zeit Demo-Trading fest, dass erneut Gewinne auftreten, kann er erwägen mit kleinen Positionen erneut in den Markt einzusteigen.

Niemand kann das Ende eines Drawdown vorhersagen

Allerdings sollte man sich immer darüber im Klaren sein, dass kein Trader der Welt das Ende einer Drawdown-Phase vorhersagen kann. Erst im Nachhinein – beim Studieren der Kapitalkurve - kann schließlich festgestellt werden, ab wann dies der Fall war. Verlust-Phasen gehören zum Trading dazu. Der Trader verfügt aber über ein Instrument (Positionsgrößensteuerung), das den Umfang des Drawdowns reduzieren kann. Diese Technik hat schon manchen Trader vor der Pleite gerettet. Gelegentliche Trading-Pausen haben darüber hinaus noch keinem Trader geschadet.   

 

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