Trading-Methoden: Trendfolge

Trading-Methoden: Trendfolge

 

Trendfolge lässt sich auf allen Zeithorizonten anwenden: Vom Daytrading über Swing- und Positions-Trading bis hin zum Investieren. Besonders erfolgreich sind trendfolgende Ansätze im längerfristigen Bereich. Die grundsätzliche Idee ist es dabei, auf die Fortsetzung einer bestehenden Bewegung zu setzen, indem man in Richtung des Trends handelt.

 

Trendfolge bezieht sich sowohl auf steigende als auch auf fallende Bewegungen. Auf den Zeitebenen des Day-, Swing- und Positions-Tradings wird mit einer Absicherung gehandelt, also einem Stopp-Loss für den Misserfolgsfall. Ein Gewinnziel ist in der Regel nicht vorgesehen, um dem Trade die Möglichkeit zu geben, sich voll zu entfalten. Meist wird stattdessen der Stopp nachgezogen, um aufgelaufene Buchgewinne abzusichern (Trailing Stopp).

 

Anders ist es beim langfristigen Investieren. Dies entspricht letztlich einer trendfolgenden Buy-and-Hold-Strategie, bei der man ausschließlich auf steigende Kurse setzt. Hier wird nicht nur ohne Gewinnziel, sondern auch ohne Stopp gearbeitet. Buy and Hold eignet sich in dieser Form nur für den Aktienmarkt, wo man aufgrund der historischen Entwicklung von langfristig steigenden Kursen ausgehen kann.

 

Doch warum ist Trendfolge-Trading erfolgreich? Der Grund ist, dass es an den Märkten auf allen Zeitebenen immer wieder Trends gibt, die sich mit dieser Methode ausnutzen lassen. Das ist aber alles andere als leicht. Denn es kann durchaus schwierig sein, dem Trendfolge-Prinzip treu zu bleiben. Dafür sorgen die Phasen, in denen die Kurse seitwärts tendieren und für Verluste bei Trendfolge-Tradern sorgen. Wann diese Phasen beginnen und wie lange sie andauern, lässt sich im Vorfeld nicht erkennen. Entscheidend ist daher die nötige Geduld, den Handelsstil auch in Drawdowns nach einer Serie von Verlusten durchzuhalten.

 

Die meisten Trendfolge-Trader arbeiten mit der Technischen Analyse. Auf Basis einfacher Instrumente wie Gleitender Durchschnitte oder einer gleichgerichteten Abfolge von Hochs und Tiefs lässt sich im Chart die übergeordnete Bewegungsrichtung ermitteln. Vor allem im kurzfristigen Trading sind technische Instrumente daher nicht wegzudenken.

 

Konkret haben Trendfolge-Trader 2 Möglichkeiten, in den Markt einzusteigen:

  • Ausbruch: Einstieg, sobald der Kurs auf ein neues Hoch/Tief ausbricht und damit potenziell den Beginn eines neuen Trends anzeigt

  • Pullback: Einstieg, wenn der Kurs nach einem starken initialen Anstieg oder Kursrutsch einen (ersten) Rücksetzer macht

Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Der Ausbruchs-Trader ist sofort dabei, wenn der Trend startet und partizipiert auch an den schnellsten Bewegungen, die zudem häufig die stärksten sind. Der Nachteil: Nicht selten entpuppt sich der Ausbruch als Fehlsignal und die Kurse fallen in die alte Spanne zurück. Oder schlimmer noch, sie versuchen einen Ausbruch auf der gegenüberliegenden Seite der Range und stoppen den Trade ungünstig aus.

 

Der Pullback Trader kann dieses Risiko verringern. Er wartet, ob der Ausbruch überhaupt erfolgreich ist. Erst dann steigt er bei einem Rücksetzer ein und setzt auf eine Anschlussbewegung in Trendrichtung. Das Risiko des Ausstoppens ist hier deutlich geringer. Aber auch dieser Ansatz hat einen Haken. Denn wenn der Kurs rasant ausbricht und eben keinen (oder erst sehr viel später) Rücksetzer macht, dann hat der Pullback Trader die Chance verpasst.

B1) Ausbruchs- versus Pullback-Einstieg in Trends

Der 60-Minuten-Chart des DAX zeigt zwei Ausbrüche auf kurzem (1. Pfeil) und längerem Zeithorizont (2. Pfeil). Der 1. Ausbruch erfolgte ohne Pullback, sodass hier nur dabei war, wer den Ausbruch direkt kaufte. Der 2. Trade konnte dagegen „in Ruhe“ zu einem günstigeren Einstiegskurs im Pullback aufgesetzt werden, bevor sich der Trend fortsetzte.

 Trendverlauf im Chart

 

Quelle: WH SelfInvest, Nano Trader

 

 

 

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