Trading-Methoden: Hybrides Trading

Trading-Methoden: Hybrides Trading

Bisher haben wir diskretionäres und automatisiertes Trading betrachtet. Während diskretionäres Trading das Handeln auf Basis von Erfahrung und Intuition darstellt, ist automatisiertes Trading das unbedingte Abarbeiten der Handelsregeln ohne Zutun des Traders.

Die beiden Methoden sind gegensätzlich wie schwarz und weiß. Aber es existiert auch eine Grauzone, die wir als hybrides Trading bezeichnen. Im Prinzip sind damit alle Ansätze gemeint, die dazwischen liegen und sich sowohl fester Regeln als auch persönlicher Erfahrungswerte bedienen.

In dieser Grauzone sind viele der erfolgreichsten Trader zu finden. Und das aus guten Gründen. Die Märkte lassen sich nicht in einen allgemeingültigen Rahmen packen, aber folgen dennoch einigen Grundgesetzen, die sich nur über längere Zeiträume verändern. Erfahrene Trader, die sich sowohl eine gute Intuition als auch die wichtigsten Handelsregeln angeeignet haben, sind damit in der Lage, beide Methoden zu ihrem Vorteil zu vereinen.

Nehmen wir einen diskretionären Trader als Beispiel. Aus jahrelanger Trading-Erfahrung weiß er, welche subtilen Signale er zum Ein- und Ausstieg nutzen kann. Durch Berücksichtigung zusätzlicher fester Handelsregeln, die er bei seinen Trades immer einhält, kann er seine Ergebnisse weiter verbessern. Der Grund: Diese Regeln dienen als Filter, die ihn nur bei den besten Chancen aktiv werden lassen und alle mittelmäßigen Trades ausblenden. So spart er mentale Energie und kann fokussierter, effektiver und letztlich profitabler traden.

 

3 Beispiele für feste Regeln könnten sein:

  • Befindet sich der Markt auf Basis des GD 50 und des Verlaufs von Hochs und Tiefs in einem eindeutigen Trend, der sich für einen prozyklischen Trade eignet?

  • Liegt der RSI in der kleinsten betrachteten Zeiteinheit unter 30 (für Long-Einstiege und Short-Ausstiege) oder über 70 (für Short-Einstiege und Long-Ausstiege)?

  • Kein Trading in der Mittagszeit von 12 bis 14 Uhr 

Umgekehrt kann ein Trader vorgehen, der bisher automatisiert handelte. Durch Beobachtung und genaue Analyse vieler Einzel-Trades hat er Erfahrungen gesammelt, die sich aber nicht alle in feste Regeln programmieren lassen. Eine Lösung könnte es sein, ausgewählte Strategien manuell zu handeln – als Kombination fester Einstiegssignale und zusätzlichem diskretionärem Abwägen auf Basis von Intuition.

3 Beispiele dafür könnten sein:

  • Spricht die Relation der oberen zu den unteren Schatten der letzten Kerzen eher für Stärke oder Schwäche?

  • Wurde der Markt in den letzten großen Kerzen dynamischer gekauft oder verkauft?

  • Lässt sich visuell ein verändertes Marktverhalten gegenüber den vorherigen Kerzen erkennen?

     

     

Verbesserungen werden oft über neue Wege erzielt. Trader, die bisher „schwarz oder weiß“ handelten, können versuchen, die Grauzone für sich zu entdecken. Vielleicht liegt hier das größte Potenzial für eine Weiterentwicklung und erfolgreicheres Trading.

B1) Hybrider Trade

Der Chart zeigt eine Trendlinie, bei deren Überwindung die Marktmeinung des Traders laut Regelwerk von Short auf Long wechselt. Das tatsächliche Eröffnen einer Position erfolgt aber erst während eines Pullbacks, wenn der Trader „das Gefühl hat“, dass der kurzfristige Verkaufsdruck nachlässt (um 10450 Punkte). Das Kursziel wird dann wieder per fester Regel gesetzt: An der nächsstieferen 25er-Marke unterhalb des letzten Widerstands (10550 Punkte), also bei 10525 Zählern.

 

 

Quelle: WH SelfInvest, Nano Trader

 

 

 

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