Trading-Instrumente: Optionen

Trading-Instrumente: Optionen

Wie Futures sind auch Optionen derivative Terminprodukte. Sie beinhalten das Recht, einen bestimmten Wert zu einem vorab definierten Kurs zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Dieses Wahlrecht des Käufers (nicht aber des Stillhalters) definiert Optionen als bedingte Termingeschäfte – anders als Futures, wo beide Seiten liefern müssen.

Ein Beispiel macht die Funktionsweise deutlich. Angenommen, eine Aktie steht bei 50 Euro. Ein Call mit Basispreis 60 Euro erlaubt es, 100 Aktien je Kontrakt für jeweils 60 Euro zu kaufen. Allerdings macht das wirtschaftlich keinen Sinn, da der Aktienkurs am Markt 10 Euro günstiger ist. Demnach hat die Option aktuell keinen inneren Wert, der Call liegt „aus dem Geld“.

Doch die Option ist deswegen nicht völlig wertlos. Denn es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs während der Laufzeit noch über 60 Euro steigt. Dies wird durch den Zeitwert abgebildet. Je mehr Zeit verstreicht, desto weiter nimmt der Zeitwert ab, bis er bei Verfall der Option null beträgt. Steht die Aktie dann immer noch unter 60 Euro, verfällt der Call wertlos. Bei Kursen über 60 Euro erzielt der Optionsinhaber die Differenz (der Call liegt dann „im Geld“).

Bei Puts funktioniert das Ganze analog. Aufgrund der Tatsache, dass Optionen je nach Basispreis teils (sehr) viel günstiger sind als der Basiswert, aber bei starken Kursveränderungen in die richtige Richtung zunehmend daran teilhaben, weisen sie mitunter hohe Hebel auf. Tritt allerdings eine gegenläufige Entwicklung ein oder bewegt sich der Kurs nur seitwärts, verliert man die gezahlte Prämie und es entstehen Verluste.

Im Detail ist die Preisbildung von Optionen komplex. Trader arbeiten mit Sensitivitätskennzahlen für verschiedene Einflussfaktoren, die auch als „Griechen“ bezeichnet werden. Dazu zählen vor allem Delta (Einfluss Kursveränderung Basiswert), Vega (Einfluss Veränderung Volatilität) und Theta (Einfluss abnehmende Restlaufzeit). Trader sollten sich mit diesen Kennzahlen im Vorfeld genau befassen, um die Details zu verstehen.

Options-Profis drehen den Spieß auch gern um. Statt Calls oder Puts zu kaufen, agieren sie als Stillhalter. Sie verkaufen bzw. „schreiben“ Optionen. Dies kann man ökonomisch wie den Verkauf einer Versicherung verstehen, bei der man die Optionsprämie als Gewinn erzielt, wenn die Calls oder Puts wertlos verfallen. Allerdings kann diese Strategie sehr riskant sein, da die Verluste potenziell (fast) unbegrenzt sind.

Abschließend noch ein Hinweis: Optionen sind nicht zu verwechseln mit Optionsscheinen [LINK]. Letztere stellen Inhaberschuldverschreibungen des entsprechenden Emittenten dar und sind für Trader vor allem aufgrund ihrer kleinen Stückelung interessant. Optionen sind dagegen über eine Clearingstelle abgerechnete, wertmäßig deutlich größere Terminprodukte. Anders als Optionen bieten Optionsscheine zudem nur die Möglichkeit, Calls und Puts zu kaufen, nicht aber zu schreiben.

 

B1) Zeitwertverfall

Anfangs nimmt der Zeitwert (Kennzahl Theta) bei am Geld liegenden Optionen vergleichsweise langsam ab. Der Verfall beschleunigt sich gegen Ende der Laufzeit, vor allem in den letzten 30 Tagen. Im Geld liegende Optionen verlieren dagegen nahezu linear an Zeitwert.

 Zeitwertverfall bei Optionen

 

 

 

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