Stressfreies Swingtrading für Berufstätige (Teil 2)

Stressfreies Swingtrading für Berufstätige (Teil 2)

 

Wir haben im ersten Artikel dieser Reihe den Drang, seine Positionen permanent beobachten zu müssen, als eher kontraproduktiv beschrieben. Der Trader eröffnet eine Position mit einer Limit-Order, die von einer OCO-Order begleitet wird. Er kann sich also anderen Aktivitäten widmen und darauf vertrauen, dass sich die Sorgfalt in der Auswahl der Trades eines Tages auszahlen wird.

USD/CHF, 4 Stunden-Chart

 

Mit Sorgfalt ist natürlich an erster Stelle gemeint, dass bei der Auswahl der in Frage kommenden Trades eine Anzahl von Kriterien erfüllt sein müssen, die den Trade rechtfertigen. Im obenstehenden Beispiel beobachtet der Trader das Marktgeschehen im Währungsverhältnis USD/CHF. Deutlich zu sehen ist eine Widerstandslinie bei 0,9819 (horizontal und blau), die zweimal getestet wurde (im gelb links) bevor die Überwindung des Widerstandes beim dritten Versuch (dritte gelbe Fläche) schließlich überzeugend gelang.

Das Verhalten eines Währungspaares genau studieren

Anschließend konnte USD/CHF eine Rally starten, die das Paar schließlich bis 1,0326 führte, gut 507 Pips höher. Daraufhin folgte eine starke Korrektur, die das Paar exakt zurück zur Widerstandslinie brachte. Beim bestandenen Test konnte diese dann zur Unterstützung werden. Die zwei Umkehrkerzen im 4-Stunden-Chart (gelbe Fläche rechts) schienen diese Einschätzung zu bestätigen. Eine Long Position schien also gerechtfertigt. Dies bedeutet, dass der Trader davon ausgeht, dass der laufende Test der Unterstützung erfolgreich abgeschlossen würde und das Paar im Anschluss seinen Aufwärtstrend fortsetzen würde.

Trade gerechtfertigt

Der Trader würde somit im Einklang mit den Erkenntnissen der Technischen Analyse handeln. Er würde nach Abschluss einer Korrektur eine Position in die Richtung des vorherrschenden Trends einnehmen. Das Candlestick-Muster der Umkehrkerze bestätigt ihm zweimal, dass Käufer bereit sind, das Paar in der Zone der Unterstützung zu kaufen. Besser sogar. Die Schlusskurse dieser Umkehrkerzen lagen jedes Mal über dem Niveau der Unterstützung.

Welches Limit?

Die nächste Frage, die der Trader beantworten muss, ist das genaue Limit des Kaufpreises. Der Trader kann natürlich warten, bis das Hoch der letzten zwei-drei Kerzen überwunden wird und mit einem Stop-Buy in den Markt gehen. Diese Variante hat den Vorteil, dass eine Bestätigung der Marktstärke abgewartet wird. Nachteil ist aber, dass er ein größeres Risiko eingeht, zumal die Stopp-Loss-Order unter den Tiefs der letzten Kerzen gesetzt werden müsste. Dies würde den Abstand vom Kaufpreis zum Stopp unnötig vergrößern.

Einen besseren Kaufpreis abwarten

Eine bessere Möglichkeit wäre das Kauflimit tiefer anzusetzen und zwar auf der Höhe der genannten Unterstützungslinie. Das Risiko dieses Vorgehens wäre natürlich, dass der Markt dieses Niveau nicht mehr testet. In dem Fall würde der Trader womöglich einen lukrativen Trade verpassen. Vorteil dieses Vorgehens ist aber, dass der Trader zu einem viel günstigeren Preis in den Markt käme. Der Abstand zum Stopp wäre dann auch kleiner und er könnte dadurch eine größere Position bezogen auf das vorhandene Kapital eingehen.

Das kleinere Risiko wählen

Wir bevorzugen in den allermeisten Fällen die zweite Variante, weil das Risiko begrenzt ist und einen besseren Kaufpreis erzielt würde. Zwar muss der Trader damit leben, dass er gelegentlich keinen Fill bekommt. Aber hier könnte die Maxime weiterhelfen: besser kein Trade als ein schlechter Trade. Ein zweites Argument für diese Variante ist das deutlich besseres Chance-Risiko-Verhältnis, das auf diesem Wege erzielt würde. Im nächsten Artikel gehen wir auf diese Thematik ein.

 

 

 

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