Mean-Reversion-Trading (Teil 3)

Mean-Reversion-Trading (Teil 3)

Chance und Risiko abwägen

In den letzten beiden Artikeln haben wir uns angesehen, wo Mean Reversion Handel angesetzt werden kann, und wie der Trader das Kursziel bestimmen kann. In diesem Beitrag sehen wir uns die Kriterien an, nach denen der Trader Ausschau halten sollte, bevor er einen Trade eingeht. Bei Mean-Reversion-Trading kann man sich weniger erlauben als bei Momentum und Trendfollowing.

 

Der Trader sollte hier bei der Entscheidung wann er handelt und wann er sich raushält selektiver sein. Damit die Erfolgswahrscheinlichkeit eines Mean-Reversion-Trades hoch ist, ist eine starke Indikation des möglichen Scheiterns bei einem unfairen Preis erforderlich. Um außerdem sicherzustellen, dass die Aussichten für den Trade positiv sind, muss die Distanz zum Ziel gegenüber der Distanz zum Stop-Loss abgewogen werden.

 

Beweis eines Reversals

Einer der besten Wege, ein Reversal zu identifizieren ist kürzere Zeit-Ebenen anzuschauen und nach einem Reversal-Muster Ausschau zu halten. Ein Schulter-Kopf-Schulter-Muster, ein Doppeltop oder Doppelboden oder ein gescheiterter Versuch bei einem neuen Hoch oder Tief sind gute Hinweise, dass der Markt kurz davor steht, zum Mittelwert zurückzukehren. Wenn das Volumen das Muster unterstützt ist dies natürlich von Vorteil.

 

Der Einsatz von Indikatoren

Die meisten Indikatoren hinken der Preisaktion hinterher. Wenn der Trader auf einen Crossover eines Stochastik-Indikators wartet oder auf einen Momentum-Indikator, der ein bestimmtes Niveau überschreiten soll, handelt er in der Regel zu spät. Um einen Trade zur optimalen Zeit einzugehen, sollte er sich auf die Preisbewegung selbst konzentrieren. Er kann eine Divergenz zwischen Indikatoren wie ein MACD, oder RSI und dem Preis nutzen um ein bevorstehendes Reversal zu identifizieren.

 

Auf Bestätigung warten

Der Trader sollte aber noch auf eine Bestätigung warten bevor er handelt. Ein neues Swing-Hoch oder Swing-Tief, ein erhöhtes Volumen in die Richtung des Reversals stellen oft gute Bestätigungssignale dar. Er braucht mehr als nur ein grundlegendes Preis-Reversal vor dem Trade. Das Chance-Risiko-Verhältnis sollte zumindest 1 zu 1 stehen. Ist das nicht der Fall, ist es am besten, die Finger von dem Trade zu lassen und auf die nächste Möglichkeit zu warten.

 

Abbildung 1: Gold, 5-Minuten-Chart

Chartbild GOLD Future, CME

 

Auf diesem 5-Minuten-Chart vom 1. Dezember des Gold-Futures (Abbildung 1) bewegte sich der Markt vier Mal zurück zur 200-EMA (200 Exponential Moving Average, grüne Linie). Zunächst konsolidierte der Preis bevor er die Konsolidierungs-Zone durchbrach (erster Pfeil links). Als nächstes bildete er ein inverses Schulter-Kopf-Schulter-Muster (zweiter Pfeil links) mit dem Ziel nahe am EMA200. Beim dritten Mal versuchte der Markt ein neues Tief zu bilden, was misslang (dritter Pfeil). In allen drei Fällen ergab ein Stop-Loss unter der untersten Kerze des Reversals ein Chance-Risiko-verhältnis von etwas über 1:1. Das vierte Reversal war nicht so klar und ergab demnach kein gutes CRV.

 

In diesem Artikel haben wir nun die Mean Reversion-Einstellungen, Kursziele und Trigger besprochen. Im letzten Beitrag beschäftigen wir uns mit dem Risikomanagement und mit einigen Fallen, die man vermeiden sollte.

 

 

 

 

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