Kurzinterview: Falk Elsner

Website: www.tradingbrothers.com

1)    Welche Märkte handeln Sie und auf welchen Zeitebenen?

Falk Elsner: Wir, und damit meine ich alle Trader in unserem TradingBrothers-Team, handeln überwiegend nach unseren Handelssystemen im Aktienmarkt. Wir ergänzen dies durch Trades über Strategiesignale in Rohstoff-, Devisen und Anleihenmärkten, um eine funktionale Diversifikation zu erreichen. Die bevorzugte Zeitebene ist eindeutig der Tageschart mit einem End-of-Day-Handelsansatz.

2)    Wie effizient sind die Märkte aus Ihrer Sicht?

Falk Elsner: Wir unterscheiden mehrere Phasen an den Finanzmärkten. Verkürzt kann man sagen, dass in manchen Phasen die Märkte sehr effizient und fundamentale Ansätze zielführend sind. Abgelöst werden diese effizienten Phasen immer wieder durch sogenannte „emotionalisierte“ Marktphasen. Dort herrschen dann andere Regeln und quantitative Ansätze sind erfolgreich. 

3)    Wo sehen Sie Ihren konkreten Vorteil am Markt?

Falk Elsner: Wir kombinieren fundamentale und quantitative Konzepte zu unseren Handelssystemen. Dabei haben wir das Rad nicht neu erfunden, sondern bewusst bewährte Konzepte gewählt und optimiert. Wir sind systematische Trader und arbeiten mit statistischem Hintergrund.

4)    Können Sie uns einen typischen Gewinn-Trade zeigen?

Falk Elsner: Ein typisches Beispiel ist in der Regel ein Swing-Trade in einen entstehenden Trend hinein. Dazu verwenden wir zumeist quantitative Konzepte in fundamental interessanten Aktien. Der beigefügte Chart von Netflix veranschaulicht das Prinzip der Gewinnmitnahme nach einem Relative-Stärke-Ansatz.

Netflix

5)     Wie sieht ein typischer Verlust-Trade aus?

Falk Elsner: Den typischen Fehl-Trade gibt es nicht, aber in der Regel setzt in unseren quantitativen Konzepten eine relative Schwäche ein, der Trend bricht ab und unser Stopp-Loss wird aktiviert. Der beigefügte Chart von Paychex veranschaulicht den Stopp-Loss beim Relative-Stärke-Ansatz.

Psychex

6)     Wie managen Sie Risiko und Chance einer Position beim Einstieg und danach?

Falk Elsner: Dem Thema Risikomanagement haben wir viel Aufmerksamkeit gewidmet und mehrere Sicherheitsmechanismen in unser Trading implementiert. Angefangen bei Trendfolge- und Crash-Indikatoren als Filter über das eingesetzte Kapital pro Handelssystem und die gewählte prozentuale Positionsgröße bis hin zum eingesetzten Hebel. Die richtige Stopp-Loss-Technik rundet das Risikomanagement ab. In meiner Abwägung macht es dann insgesamt natürlich einen enormen Unterschied, ob ich eine Aktie, einen Future oder CFD, eine Option oder einen gar ein Zertifikat oder Optionsschein handle.

7)     Wie gehen Sie mit Ihren Gedanken und Emotionen im Trading um?

Falk Elsner: Wir arbeiten systematisch, also streng regelbasiert. Wer erkannt und verinnerlicht hat, dass jeder Mensch seinen Emotionen ausgesetzt ist, der wird, zu seinem Schutz, zunehmend an ein regelbasiertes Trading heranrücken oder eher früher als später der Börse, emotional und/oder finanziell ausgebrannt, den Rücken kehren.

8)     Was war für Sie rückblickend die wichtigste Aha-Erkenntnis im Trading?

Falk Elsner: Die Börse und ihre Bewegungen vollständig zu verstehen ist unmöglich. Mit wachsender Erfahrung erkennen wir immer mehr, wie wenig wir wirklich wissen. Die heftigste Aha-Erkenntnis hatten wir Mitte des Jahres 2006, als wir einen massiven Depotrückgang erlitten und bei der Fehlersuche die Qualität der Intermarket-Analyse erkannten. Der Schub für unser Trading war unglaublich und hat uns auf ein höheres Level gebracht.

9)     Was ist aus Ihrer Sicht der häufigste Fehler bzw. Trugschluss von Einsteigern?

Falk Elsner: Eine völlig falsche Einschätzung der eigenen Kompetenz. Hinzu kommt, dass Einsteiger immer wieder den Fehler zu enger Stopps machen, dies ungeachtet der eigentlichen Strategie als Sicherheit empfinden und mit ihrer erhöhten Aktivität eine überdurchschnittliche Rendite erwarten. Dazu werden große Positionen gehandelt, „damit es sich auch lohnt“.  Glaubenssätze und Behauptungen werden ungeprüft übernommen und der Misserfolg systematisch eingeleitet.

10)  Sie sind sehr aktiv im Sport. Welche Parallelen sehen Sie zur Börse?

Falk Elsner: Wir haben beide sehr erfolgreiche Kampfsportler-Karrieren hinter uns und geben seit vielen Jahren als Trainer unser Wissen an jüngere Generationen weiter. Die Parallelen zum Trading sind so zahlreich, dass es ein Seminar füllen würde. Eine disziplinierte Vorbereitung und  Durchhaltevermögen nach einem funktionalen Plan sind der Schlüssel zu dauerhaftem Erfolg!

 

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