Intraday Trendfollowing (Teil 2)

Intraday Trendfollowing (Teil 2)

Dem richtigen Zyklus oder dem richtigen Zeitfenster folgen

Es gibt kein richtiges oder falsches Zeitfenster um Intraday Trends zu handeln, und es gibt keine besonderen gleitenden Durchschnitte, die man verfolgen sollte. Der Trader muss mehrere Zeitfenster beobachten und dabei wissen, was in jedem davon passiert. Normalerweise bestimmt man den Einstieg am besten anhand eines 5-Minuten Bar- oder Candlestick-Charts. Der Trader sollte aber auch wissen, was in den 15-Minuten-, Stunden- und Tages-Charts vorgeht. Diese zeigen in der Regel eher, was das Smart Money vorhat. In der Regel handelt dieses auf höheren Zeitebenen. Wenn also der Markt auf einer niedrigen Zeit-Ebene „Short“ aussieht, heißt dies noch lange nicht, dass ein Daytrader auch Short gehen sollte.

Es hilft auch, zu wissen, welchen gleitenden Durchschnitten der Markt gerade folgt – und das gilt ebenso für jedes Zeitfenster. Wenn ein Markt einen bestimmten gleitenden Durchschnitt respektiert, dann werden mehr Trader ihn beobachten wenn er diesem Durchschnitt nahe kommt. Ein größeres Volumen wird noch mehr Trader anziehen, und jede folgende Bewegung gewinnt noch mehr Bedeutung.

Abbildung 1: E-Mini, 13. Februar 2017, 5-Minuten-Chart

Chart E-Mini S&P500 Future

In Abbildung 1 zeigt eine Situation, die manche Daytrader vielleicht dazu verleitet hätte, bei dem E-Mini-Future Short zu gehen. Der Aufwärtstrend im 5-Minuten-Chart wurde gebrochen und der Chart hatte alle Eigenschaften eines Trendtages. Aber der Stunden-Chart in Abbildung 2 zeigt, warum Trader vorsichtig sein mussten (Roter Pfeil Abbildung 2). Der Markt befand sich eindeutig in einem Aufwärtstrend. Der Trader hätte auch wissen müssen, dass Trader mit Short-Positionen in die Falle gelockt werden, wenn der Abverkauf   nicht eintritt. Gerade das Auflösen der Short-Positionen trug dazu bei, dass die Rally fortgesetzt wurde.

 

Abbildung 2: E-Mini 9-14. Februar 2017, 60-Minuten-Chart

Chart E-mini S&P500 Future, 60Min

 

Wie Trends sich vorbereiten

Trends müssen vorbereitet werden bevor sie sich entwickeln können. Das bedeutet, es muss eine Vermehrung potentieller Käufer oder Verkäufer geben. Langfristige Rallys können von fundamentalen Faktoren des zugrunde liegenden Marktes oder der Wirtschaft angetrieben werden. Kurzzeittrends hingegen werden von Ungleichgewichten zwischen Nachfrage und Angebot angetrieben, welche erzeugt werden können wenn neue langfristige Teilnehmer in den Markt eintreten, aber auch von Kurzzeit-Tradern mit gehebelten Positionen. Wenn ein Markt in einer Trading-Range festsitzt und Volatilität und Volumen sinken, können Käufer und Verkäufer abgehängt werden bis der Markt sich höher oder tiefer bewegt. Wenn das passiert treten die Anleger wieder in den Markt ein, und ein Trend wird sich entwickeln.

Trapped Money

Trends werden auch von dem vorhergehenden Trend vorbereitet. Während eines Aufwärtstrends bauen Kurzzeittrader Long-Positionen auf, während eines Abwärtstrends bauen Kurzzeittrader Short-Positionen auf. Das Wesen des Intraday Tradings ist es, dass Trader Leverage benutzen, und Stop-Loss Orders einsetzen, um ihr Risiko zu minimieren. Dies nennt sich Trapped Money – wenn Trader mit gehebelten Positionen sich auf der falschen Seite des Marktes befinden, müssen sie ihre Positionen auflösen. Je tiefer ein Markt fällt, desto mehr Trader mit Long-Positionen müssen verkaufen, und umgekehrt.

Im nächsten Beitrag sehen wir uns die Arten von Marktgeschehen an, auf die man achten muss, um Trends zu folgen.

 

 

10 essentielle Stop Orders für Trader  Technische Analyse: der RSI Indikator  Trading: Aktives traden des DAX

 

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