Handelsstrategien bekannter Trader: Pullback Trading (Larry Connors)

Handelsstrategien bekannter Trader: Pullback Trading (Larry Connors)

Larry Connors ist ein anerkannter Systementwickler in den USA. Er ist Gründer und Vorsitzender von Connors Research und TradingMarkets.com mit mehr als 30 Jahren Erfahrung in der Finanzindustrie. Er bietet seit vielen Jahren quantitatives Research an, dass sowohl von privaten als auch institutionellen Anlegern bis hin zu Hedge-Fonds nachgefragt wird.

Eine beliebte, von Connors untersuchte Strategie ist der Long Pullback. Dabei geht es darum, Rücksetzer innerhalb eines übergeordneten Aufwärtstrends zu kaufen. Connors nennt zunächst verschiedene Voraussetzungen, die als Vorbedingungen zu erfüllen sind. Dazu zählen ein Schlusskurs über 5 Dollar sowie über dem GD(200), ein Handelsvolumen von mindestens 250.000 Aktien pro Tag, eine Schwankungsbreite von mindestens 30% über die letzten 100 Tage und ein Wert des ADX-Indikators von mindestens 30.

Sind diese Filterkriterien erfüllt, kann nach gültigen Setups gesucht werden. Zunächst muss der Kurs 2 Tage in Folge tiefer und mindestens 4% unter seinem kurzfristigen GD schließen. Die Periodenlänge dieses GDs kann je nach Strategie-Einstellung zwischen 4 und 6 Tagen variieren. Sind diese Bedingungen erfüllt, wird für den folgenden Handelstag eine Limit-Order platziert, die je nach Einstellung der Strategie zwischen 4% und 10% unter dem aktuellen Schlusskurs liegt.

Auch beim Ausstieg gibt es verschiedene Optionen. Klassisch ist ein Ausstieg bei Erreichen des GD(3) vorgesehen. Alternative Ausstiege sind RSI(2)-Werte über 70 oder 50, der erste profitable Schlusskurs oder ein Schlusskurs über dem GD(3). Je attraktiver das Kursziel, desto höher der mögliche Gewinn, aber desto geringer auch die Trefferquote und desto länger die Haltedauer und damit das Übernachtrisiko, sodass die Latte für die Ausstiegsbedingung nicht zu hoch gelegt werden sollte. Nach Einschätzung Connors kommt es bei Handelsstrategien stärker auf den Ausstieg an als viele Trader vermuten. Doch oft wird ein zu großer Fokus auf das „Perfektionieren“ des Einstiegs gelegt.

Connors untersuchte verschiedene Variationen der Parameter. Je nachdem, welche der genannten Einstellungen nach Präferenz des Traders gewählt wird, tendieren die Ergebnisse mehr in Richtung hoher Trefferquote (zum Beispiel Kurs 5% unter GD(5) mit Einstiegslimit 10% unter dem aktuellen Schlusskurs, Ausstieg bei RSI über 70) oder hoher Durchschnittsgewinne (gleiches Setup, aber Ausstieg bei Schlusskurs über GD(3)). Ein entferntes Einstiegslimit von 10% bedeutet aber gleichzeitig eine geringere Anzahl an Trades im Vergleich zu einem moderaten Limit. Zudem hängt es von der aktuellen Marktphase und der Volatilität des Gesamtmarktes ab, inwieweit verschiedene Limits intraday erreicht werden.

 

B1) Pullback Trade bei Lufthansa

Nach 2 Tagen mit deutlichen Verlusten lag ein Setup nach der Long-Pullback-Strategie vor. Am geplanten Handelstag (siehe Pfeil) wurde nur ein kleines Einstiegslimit unterhalb des vorherigen Schlusskurses erreicht. Die Position konnte 2 Tage später am GD(5) geschlossen werden.

Strategie im Lufthansa Chart

Quelle: WH SelfInvest, Nano Trader

 

 

 

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