Divergenzstrategien: Teil 1: MACD-Divergenz

Divergenzstrategien: Teil 1: MACD-Divergenz

Preis und Momentum

Den Begriff Divergenz hört man im Zusammenhang mit dem Finanzmarkt häufig. Er bedeutet einfach, dass die Preisentwicklung sich in eine andere Richtung als das Momentum des Marktes bewegt. Das passiert nicht jeden Tag, also wird es von Tradern, die technisch versiert sind, normalerweise sehr beachtet.

Bild 1: Natural Gas-Mini-Future, Tageschart August 2016 – April 2017

Chart NatGas

 

Der gezeigte Erdgas-Chart ist ein Beispiel für Divergenz. Der blaue Strich oben  zeigt einen ansteigenden Preis im Dezember, als der Preis sich in Richtung der $ 4,0 Marke entwickelte. Zur gleichen Zeit war der untere MACD-Indikator allerdings gefallen, und das ist das, was die Aufmerksamkeit der Trader auf sich zog. Der Indikator, der als MACD (Moving Average Convergence Divergence) Indikator bezeichnet wird, ist einer von mehreren Indikatoren, an denen man das unterschwellige Momentum des Marktes ablesen kann.

Divergenz-Trader nutzen gern das MACD-Histogramm

In diesem Beispiel zeigen wir nur das MACD-Histogramm, welches in dieser Form die Differenz zwischen zwei gleitenden Mittelwerten des Preises darstellt (die unveränderte Version des MACD-Histogramms zeigt auch die zwei gleitenden Mittelwerte). Die meisten Trader beobachten dieses Histogramm. Das Momentum fiel als der Preis ein Hoch erreichte, was Ihr erster Anhaltspunkt dafür hätte sein können, dass der Markt etwas erschöpft war.

Umkehrstrategie

Das Konzept ist einfach: Der Preis steigt, aber das Momentum reicht nicht aus, um ihn noch weiter steigen zu lassen. Dies ist offensichtlich eine Umkehrstrategie, denn der Trend muss sich erschöpft haben, damit sie funktioniert. Daher ist Divergenz nicht unbedingt ein Zeichen für die Umkehr des Trends – an dem Index kann man nur sehen, dass nicht länger das notwendige Momentum vorhanden ist, damit der Trend sich fortsetzen kann - zumindest in diesem Zeitfenster.

Gap bestätigt die Schwäche

Sehen wir uns das Beispiel noch einmal an: Sie sehen, dass der Preis bis zu einer großen vollen Zahl angestiegen ist - $ 4,0. Anschließend ließ der Markt etwas nach, und formte schließlich einen überzeugenden Gap nach unten. Dies hat sicher auch Aufmerksamkeit erregt. Zu diesem Zeitpunkt gingen nicht nur die Trader, die auf das Momentum achteten, Short, sondern auch die Gap Trader. Der Markt fiel bis auf $ 3,06 bis er wieder Unterstützung fand, eine bemerkenswerte Preisbewegung im Erdgasmarkt.

Auch Austiegsstrategie

Trader nutzen die Divergenz eines Momentum-Indikators häufig als Warnzeichen dafür, dass es bald Zeit sein könnte, auszusteigen. Wenn der Trader bereits Long gehandelt hat, dann wäre diese Divergenz eines der Anzeichen, auf das er achten musste. Somit kann dies nicht nur eine Umkehrstrategie sein, sondern auch eine Ausstiegsstrategie.

Interessante Ergänzung

Meistens nutzen Trader Divergenz als einen nachgeordneten Grund für einen Trade, und verbinden die Orientierung an dem Divergenz-Indikator mit ihrem bevorzugten System oder Candlestick Mustern. Die Divergenz zwischen einem Momentum-Indikator wie dem MACD und dem Preis tritt nicht oft auf, also kann dies keine Strategie sein, die Sie jeden Tag verwenden. Es ist jedoch eine ergänzende Strategie, die zusammen mit fast jeder anderen Methode angewendet werden kann.

 

 

 

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