Die häufigsten Fehler: Korrelationen nicht beachtet

Die häufigsten Fehler: Korrelationen nicht beachtet

Korrelationen sind ein wichtiger Faktor an den Märkten. Der Begriff beschreibt, wie stark sich zwei Kurszeitreihen gleichläufig (Korrelation größer null) oder gegenläufig (Korrelation kleiner null) bewegen. Ein Wert von 1 entspricht dabei einem exakten Gleichlauf, ein Wert von -1 zeigt genau gegenläufiges Verhalten. Liegt die Korrelation bei 0, besteht kein Zusammenhang zwischen den beiden untersuchten Kursreihen.

Man misst Korrelationen paarweise. Die einzelnen Kursreihen können verschiedene Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Währungen) sein, aber es lassen sich ebenso gut Werte innerhalb einzelner Sektoren oder das Verhalten eines Einzelwertes gegenüber einem Index untersuchen.

Allerdings sind Korrelationen keine Konstanten. Je nachdem, welche Zeitebene (Intraday-Chart, Tageschart, Wochenchart) und welche Periodenlänge in der Analyse betrachtet werden, kann und wird sich der Gleichlauf zweier Instrumente im Zeitablauf verändern. Auch langfristig etablierte Korrelationen, die in der Intermarketanalyse untersucht werden, können (zeitweise) außer Kraft gesetzt sein oder sich sogar umkehren.

Wer Korrelationen nicht beachtet, setzt sich einem Klumpenrisiko aus. Das ist beispielsweise der Fall, wenn man eine Long-Position in Commerzbank-Aktien eröffnet, aber schon Long in Deutsche-Bank-Aktien ist. Das gleiche gilt bei Allianz und Münchner Rück. Zwar gibt es bei diesen Beispielen keinen perfekten Gleichlauf. Dennoch sollte man aufgrund der oft hohen positiven Korrelation von Aktien im gleichen Sektor entweder nur eine Position eröffnen oder entsprechend herunterskalierte Teilpositionen, wobei letzteres deutlich mehr Transaktionskosten verursacht.

Für Trader sind niedrige Korrelationswerte ideal. Denn wenn jede einzelne Position einen positiven Erwartungswert hat (was sie haben sollte, wenn man den Trade macht), ergänzen sich verschiedene Positionen im Portfolio gegenseitig und resultieren so in einer stabileren Kapitalentwicklung. Noch besser ist es, wenn negativ korrelierte Positionen – in der Regel Short-Trades – enthalten sind, da dies einen Hedging-Effekt beinhaltet.

Short-Positionen kommt somit eine besondere Bedeutung zu. Sie sind vor allem dann von Vorteil, wenn es an den Märkten schnell nach unten geht, aber gleichzeitig noch Long-Positionen im Portfolio sind. Bei starken Abwärtsbewegungen steigen die Korrelationen von Aktien, aber teils auch anderer Märkte untereinander – alle möchten sozusagen gleichzeitig „raus“. Das einzige, was dann noch dämpfend im Portfolio wirkt, sind Short-Positionen, die in diesem Szenario deutlich an Wert gewinnen. Alternativ wären auch Long-Trades in Volatilitäts-Instrumenten möglich, aber das ist ein schwieriges Thema.

 

B1) Allianz vs. Münchner Rück

Der Chart zeigt die Aktien der Allianz (oben) und Münchner Rück (unten) seit Anfang 2016. Es ist deutlich zu erkennen, dass beide Werte einen hohen Gleichlauf zueinander aufweisen, also eine hohe positive Korrelation.

Korrelation Muenchner Rueck Allianz

Quelle: WH SelfInvest, Nano Trader

 

 

 

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