Der Weg des Traders: Warum überhaupt traden?

Der Weg des Traders: Warum überhaupt traden?

Am Anfang einer Trader-Karriere steht oft eine einfache Frage: Warum sollte ich überhaupt an der Börse handeln? Daran schließen sich weitere Frage an: Ist das nicht viel zu riskant? Und was habe ich denn auf Dauer davon?

Das alles sind berechtigte Fragen. Viele Menschen befassen sich nicht gern mit ihren Finanzen. Sie überlassen lieber alles einem Fondsmanager oder legen ihr Geld sicher aufs Sparbuch.

Beides ist allerdings keine optimale Lösung. Denn zum einen liefert ein Sparbuch heute praktisch keine Zinsen. Und zum anderen schneiden fast alle klassischen Investmentfonds unter anderem wegen hoher Gebühren über einen längeren Zeitraum schlechter ab als ein einfacher Index wie der DAX.

Deshalb kann es durchaus sinnvoll sein, die Geldanlage selbst in die Hand zu nehmen. Dies sollte das langfristige Investieren und das Verwalten eines Anlage-Portfolios als Altersvorsorge umfassen, kann aber auch in den mittel- und kurzfristigen Trading-Bereich ausgebaut werden. Das ist sogar für sonst eher langfristige Anleger interessant, da sie sich mit Trading-Produkten zum Beispiel gegen zwischenzeitliche Kursverluste absichern können.

Oder nehmen wir ein ganz anderes Beispiel. Angenommen, wir fahren in wenigen Monaten in den Urlaub und sehen, dass der Wechselkurs gerade sehr attraktiv ist. Bis zum Urlaub könnte sich das durchaus wieder ändern. Um den momentanen Kurs zu sichern, können wir einen Trade im entsprechenden Währungspaar eingehen. Der Chart unten zeigt ein gutes Beispiel dafür. Das Risiko dabei: Wird der Wechselkurs bis zum Urlaub nicht schlechter, sondern noch besser, wären wir ohne die Kurssicherung besser dran gewesen.

Der aktive Handel bietet Tradern heute viele Möglichkeiten. So kann man zum Beispiel sowohl von steigenden als auch fallenden Kursen an den Märkten profitieren und dabei Hebeleffekte nutzen. Früher war diese Art des flexiblen Handels den Profis vorbehalten. Einfache Trading-Produkte wie CFDs ermöglichen es Privatanlegern inzwischen, zu fairen Konditionen kurz- bis mittelfristig zu handeln. Dass diese Art von Börsengeschäften auch riskant ist und nur mit gutem Risikomanagement betrieben werden sollte, haben wir im Artikel zu CFDs bereits ausführlich besprochen.

Es gibt noch einen Grund, sich dem Börsenhandel zu widmen. Einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren im Trading ist das strategische Denken und objektive Abwägen von Chancen und Risiken. Das Erlernen dieser Fähigkeit ist mit Sicherheit auch in anderen Lebensbereichen von Nutzen, wenn es darum geht, die richtigen Entscheidung zu treffen – und nicht jene, die uns im jeweiligen Moment vielleicht gerade als die „angenehmsten“ erscheinen. Denn subjektive, auf Emotionen basierte Entscheidungen sind nicht selten diejenigen, die man später bereut – an der Börse wie im Leben.

 

B1) Wechselkurs EUR/NZD

Im Herbst 2015 war das Wechselkursverhältnis von Euro zu Neuseeland-Dollar besonders attraktiv (siehe 1. Markierung, Kurs um 1,80). Wer für den Winter eine Reise in den neuseeländischen Sommer plante, konnte sich die guten Kurse bis dahin sichern – und zwar mit einem Short-Trade im EUR/NZD in Höhe des geplanten Urlaubsbudgets. Bis zur Reisezeit im Dezember brachte dies einen Gewinn, der die Verschlechterung des Wechselkurses auf rund 1,60 (siehe 2. Markierung) kompensierte. Wäre der Kurs dagegen weiter gestiegen, hätte man im Urlaub nicht vom dann noch besseren Kurs profitieren können, da der Absicherungs-Trade entsprechend einen Verlust gebracht hätte.

Chart Währungspaar EUR/NZD

 

Quelle: WH SelfInvest, Nano Trader

 

 

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