Daytrading-Typen (Teil 1)

Der Begriff Daytrading ist sicherlich nicht unbekannt unter Anlegern und Händlern, aber die meisten Menschen haben nur eine vage Vorstellung davon, was er genau bedeutet. Das beste, was man darüber sagen kann ist, dass es sich hier um einen sehr aktiven Trading-Stil handelt. Der Daytrader führt, basierend auf Signalen, täglich eine Anzahl an Geschäften durch in der Hoffnung, am Ende des Tages mit einem Gewinn nach Hause zu gehen. Diese Definition ist nicht falsch. Und doch müssen wir den Begriff „Daytrading“ genauer begreifen. Durch die unterschiedlichen Verfahren (der Handelsstil) können verschiedene "Typen" von Tradern klassifiziert werden. Wir haben es hier nämlich mit sehr unterschiedlichen Strategien zu tun. Das Ergebnis ist, dass sich im Laufe der Zeit sehr unterschiedliche Trader-Persönlichkeiten mit sehr individuellen Trading-Philosophien entwickelt haben.

Klassifizierung von Daytradern

Der Unterschied ergibt sich vor allem durch die Anzahl der Trades, die ein Daytrader im Laufe eines Tages macht. Diese reichen von "ein Trade am Tag"-Händler über sehr aktive Daytrader, die auf einer Vielzahl von verschiedenen Märkten dutzende von Transaktionen tun bis hin zu den Scalpern, die teilweise stundenlang lediglich ein paar Cent oder pips (Forex) pro Trade versuchen rauszuholen.

Die erste Gruppe bilden diejenigen, die man die klassischen Daytrader nennen kann. Diese Trader nehmen (meist morgens) Positionen ein in der Hoffnung, die große Bewegung (Bewegung) des Tages mitnehmen zu können. Diese Art von Tradern handelt in der Regel begrenzt, oft nur einmal, manchmal aber auch zwischen 2 bis 5 mal am Tag. Man kann mit Sicherheit sagen, dass hier die große Mehrheit der aktiven Daytrader anzusiedeln ist aber auch in den Handelssälen von Institutionellen findet man diese Art von Trader.

Der "langsamste" Händler dieser Art ist derjenige, der nur eine Transaktion pro Tag macht, und dann womöglich noch nicht mal täglich. Sie traden vor allem auf der Basis von Intraday-Charts. Zur Feinabstimmung werfen sie schon ab und an einen Blick auf den 4-Stunden oder manchmal sogar den Stunden-Chart. Oftmals schließen sie ihre Position erst ein paar Tage später, so dass man bei ihnen eher von einer Art Swing-Trading sprechen kann als von reinem Daytrading. Sie handeln bestimmte Kursmuster, auf deren Entstehung sie geduldig warten oder aber sie betreiben News-Trading. Jede Woche gibt es nämlich wichtige Nachrichten (EZB, US-Daten oder IFO, usw.). Normalerweise haben sie sich im Voraus positioniert oder sie warten auf eine Bestätigung.

Eine andere Gruppe, welche zwischen einem und drei Trades pro Tag macht, besteht aus den klassischen Pullback-Händlern. Dies kann einen Test des Öffnungskurses beinhalten aber auch klassische Tests nach einem Ausbruch aus einem Widerstand oder durch eine Unterstützung. In dieser Gruppe finden wir die typischen Gap-Händler. Bei dieser Methode wird auf das Schließen von Kurslücken spekuliert, welche durch den nächtlichen Handel entstanden sind. Viele Gap-Trader haben sich auf den Aktienhandel an der NASDAQ spezialisiert. Der "Arbeitstag" dieser Leute beginnt somit erst um 15:30 Uhr nachmittags.

Eine weitere Gruppe befasst sich mit Open-Range Ausbrüchen. Zu Beginn des Handelstages sucht der Markt oftmals noch nach einer klaren Richtung. Es entsteht eine Preisspanne, in dem die Preise hin- und herschaukeln. Die Trader warten nun, bis der Markt eine Richtung wählt und mittels eines Durchbruchs diese Trading-Range verlässt. Zu dieser Gruppe gehören auch viele Devisenhändler, die auf das "London-Opening" warten. Weil die britische Hauptstadt eine Stunde länger schlafen kann als die kontinentalen Händler können sich letztere auf die ersten Züge britischen Devisenhändler vorbereiten.

Selbstverständlich ist diese Aufzählung von Daytrading-Typen unvollständig. Und natürlich gibt es unzählige Variationen, welche teilweise komplexe Kombinationen von den hier beschriebenen Strategien sind. In jedem Fall handelt es sich um eine faszinierende Gruppe von sehr aktiven und gut informierten Anlegern. 

 

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