Chartanalyse für Trader: Widerstand und Unterstützung

Chartanalyse für Trader: Widerstand und Unterstützung

 

Widerstand und Unterstützung sind Grundbausteine der Chartanalyse. Anders als Indikatoren und Oszillatoren sind sie direkt im Chart ersichtlich, ohne dass erst Berechnungen notwendig sind. Privatanleger wie auch professionelle Trader nutzen diese Levels, um Ein- und Ausstiege für Timing-Zwecke zu platzieren.

Unterstützungen liefern Long-, Widerstände Short-Gelegenheiten. Werden die Levels dagegen nachhaltig durchbrochen, kann sich die Dynamik umkehren. Ein durchbrochener Widerstand gilt im weiteren Verlauf als Unterstützung für die Kursbewegung und eine durchbrochene Unterstützung umgekehrt als Widerstand.

Die Arbeit mit Widerstand und Unterstützung erscheint einfach. Von außen betrachtet bedarf es nur eines geringen Zeitaufwands, um die Level zu erkennen und entsprechende Trades zu platzieren oder zu planen. Die Schwierigkeit der Analyse liegt aber vor allem in der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit, mit der ein Level vermutlich hält oder durchbrochen wird. Dies hängt oft von weiteren Faktoren wie dem übergeordneten Trend ab.

Doch warum funktionieren diese offensichtlichen Levels überhaupt? Eine gute Erklärung sind stabile Verhaltensmuster der Marktteilnehmer. Wurde eine Aktie beispielsweise stark abverkauft und fällt auf ein früheres Tief zurück, können dort drei Effekte zum Tragen kommen, die für die Ausbildung eines Unterstützungslevels im Chart sprechen:

 

  • fallendes Angebot: wer die Aktie besitzt und den Kursrutsch mitgemacht hat, wird nicht verkaufen wollen, da der Kurs momentan wenig attraktiv ist

  • steigende Nachfrage: wer die Aktie vor einer Weile kaufen wollte, aber den Einstieg verpasst und bisher nur zugeschaut hat, findet das niedrige Kursniveau attraktiv zum Kaufen

  • einige Trader antizipieren genau dieses Muster und kaufen zusätzlich

Oftmals resultiert daraus zumindest eine kurzfristige Kursreaktion. Man kann in diesem Fall eine Position aufbauen und sich für den Misserfolgsfall absichern. Umgekehrt lässt sich das Prinzip für ein Widerstandslevel erklären, an dem die Kurse temporär nach unten drehen können.

Das Ganze ist natürlich keine exakte „Wissenschaft“. Ein Level ist stets als breitere Zone um einen bestimmten früheren Hoch- oder Tiefpunkt zu verstehen, insbesondere bei mehrfachem Test eines Niveaus. Ein Widerstand oder eine Unterstützung kann auch knapp verfehlt oder überschritten und im Nachhinein dennoch als bestätigt interpretiert werden. Man sollte also mit Ungenauigkeiten rechnen. Es liegt im Ermessen des Traders, einzuschätzen, wann das Level noch hält und wann es tatsächlich scheitert.

Hinzu kommt der Einfluss starker Bewegungen. So können Widerstände und Unterstützungen beispielsweise nach wichtigen Nachrichten in Null-Komma-Nichts durchbrochen werden. Mitunter „rauscht“ der Kurs dann hindurch, ohne die einzelnen Levels überhaupt zu beachten. Auch darauf sollten Trader in der Praxis vorbereitet sein und entsprechend nie zu große Positionen handeln.

B1) Widerstand wird Unterstützung

Nachdem der Hong Kong 50 den Widerstand am alten Hoch überwunden hatte, wurde dieses Level zur Unterstützung. Diese galt sowohl kurzfristig (Retest, siehe 1. Pfeil) als auch langfristig (2. Pfeil)

Support und Widerstad im Chart

Quelle: WH SelfInvest, Nano Trader

 

 

 

 

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