Chartanalyse für Trader: Fibonacci

Chartanalyse für Trader: Fibonacci

Die Fibonacci-Technik geht auf eine alte Zahlenfolge zurück. Diese wurde vor mehr als 800 Jahren von Leonardo Fibonacci dokumentiert. Sie ergibt sich aus einer einfachen Berechnung: Die Reihe beginnt mit den Zahlen 0 und 1; alle folgenden Zahlen berechnen sich jeweils aus der Summe der letzten beiden.

Die 3. Stelle der Folge ist also 0 + 1 = 1. Die 4. Stelle 1 + 1 = 2. Die 5. Stelle 1 + 2 = 3. Dann 2 + 3 = 5 und so weiter. Für sich genommen ist das scheinbar nichts Besonderes. Doch Untersuchungen aus verschiedenen Bereichen der Natur haben gezeigt, dass bestimmte Relationen dieser Zahlen immer wieder auftreten, zum Beispiel in den Strukturen von Pflanzen.

Das Konzept lässt sich auch auf Börsenkurse übertragen. Das Argument: Wenn die Relationen in der Natur häufig vorkommen, wieso dann nicht auch in den Kursen? Auf diesem Weg hat Fibonacci Einzug in die Technische Analyse gefunden. Mit bestimmten Tools wird hier untersucht, inwieweit sich bestimmte Relationen der Zahlen zueinander in der Ausbildung von Hoch- und Tiefpunkten niederschlagen.

Schauen wir uns ein einfaches Beispiel an. Der Quotient einer Fibonacci-Zahl und der nächsten nähert sich dem Wert von 0,618 an. Dieses Ratio lässt sich auf eine Kursbewegung anwenden, wenn der Preis zunächst impulsiv steigt und dann eine Korrektur beginnt. Bezogen auf die Spanne vom Tief zum Hoch der Bewegung könnte dieser Rücksetzer genau 61,8% korrigieren, bevor sich der Aufwärtstrend fortsetzt. Auch der Kehrwert 1 – 0,618 ist möglich, sodass der Kurs bereits nach einer Korrektur von 38,2% drehen könnte. Eine weitere wichtige Marke ist das 50%-Retracement.

Erfahrungsgemäß funktionieren Fibonacci-Relationen besonders gut in Clustern. Damit sind Kursmarken gemeint, an denen sich die Relationen verschiedener Zeitebenen überlagern. Ein solcher Fibonacci-Cluster entsteht zum Beispiel dann, wenn das 38,2%-Retracement auf dem Tageschart (fast) die gleiche Kursmarke anzeigt wie das 50%-Retracement auf dem 15-Minuten-Chart. Hier steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es in diesem Bereich zumindest zu einer temporären Wende kommt.

Neben den Retracements gibt es Fibonacci-Extensionen. Diese sind Projektionen auf Basis einer initialen Bewegung, die anzeigen, wohin der Kurs noch laufen könnte (und wo sich entsprechend Gewinnmitnahmen oder Gegentrend-Trades anbieten). Oft verwendete Marken sind 161,8% und 261,8% der initialen Bewegung.

Es gibt aber auch ein Problem mit Fibonacci-Tools: Im Vorfeld ist unklar, welches Level getriggert wird, oder ob für die jeweilige Bewegung überhaupt eine der Marken relevant ist. Es macht daher keinen Sinn, an jedem Level einen Trade zu versuchen. Eine Möglichkeit zur Selektion sind schnelle, saubere Gegenbewegungen, bei denen ein Fibonacci-Level markant erscheint und ein Retracement technisch ohnehin „überfällig“ ist.

 

B1) Intraday Fibonacci Retracements im DAX

Nach impulsiven Bewegungen geben Fibonacci-Retracements gute Hinweise für mögliche Level, um Trades zu platzieren.

Fibonacci im DAX Chart

Quelle: WH SelfInvest, Nano Trader

 

 

 

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